
Das Hochzeitskleid ist wie neu
Textilpflege Friedel beteiligt sich an Tagen der Industriekultur
Das zartweiße Hochzeitskleid sieht aus als ob es noch nie eine Braut getragen hätte. Sogar die winzigen Perlen am Ausschnitt glänzen. „Als wir es herein bekamen, war der bodenlange Saum braun“, erklärt Christoph Friedel, Inhaber des gleichnamigen Textilpflege-Familienbetriebes. Nebenan hängt ein Traum in Blau – aber mit einem Fleck im Rock. Dort hat aus Versehen jemand einen Stuhl darauf gestellt. „Das bekommen wir wieder hin“, versichert der Experte.
Kein Wunder, denn die Chemnitzer Textilpflege-Firma kümmert sich immerhin seit 100 Jahren darum, dass Hemden, Kleider, Röcke, Hosen, Tischdecken, Handtücher, Gardinen, Berufsbekleidung, Teppiche, Anzüge, Fracks und Abendkleider wie aus dem Ei gepellt wieder an ihre Eigentümer ausgeliefert werden. „Oma Ida Friedel hat mit einer Plätterei begonnen“, erzählt der Firmenchef. Er übernahm 1981 in dritter Generation das Geschäft, das zu DDR-Zeiten aufgrund von Schulneubauten von Helbersdorf in die Hauboldstraße umziehen musste. Als dieses Karree weggerissen wurde, suchten sich die Friedels...
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