3.9.2010
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Leserzuschriften zum Beitrag „Wie viele Lücken braucht Chemnitz“
 
Situation am Brühl untragbar
 
Die blitzpunkt-Leserin Susanne Humboldt schickte ein Bild von einem sehr einsamen Haus, das an der Ecke Ufer-/Hans-Sach-Straße den Abriss überlebte. Foto: S. Humboldt
Die blitzpunkt-Leserin Susanne Humboldt schickte ein Bild von einem sehr einsamen Haus, das an der Ecke Ufer-/Hans-Sach-Straße den Abriss überlebte. Foto: S. Humboldt
Der Chemnitzer Brühl, ehemalige DDR-Vorzeigeeinkaufsmeile, liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf. Viele Projekte scheiterten bisher und eine dauerhafte Belebung des Brühls war nicht erfolgreich. Die Chemnitzer Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft m.b.H (GGG) hat viele leer stehende Gebäude am Brühl in ihrem Besitz. Bislang vernachlässigt die GGG aber deren Sanierung und blockiert damit eine Belebung der Chemnitzer Innenstadt.
Kürzlich äußerte GGG-Sprecher Rocco Brüsch, dass eine Wiederbelebung des Brühls lediglich eine Umverteilung von Mietern innerhalb der Stadt bedeuten würde und deshalb die GGG die Wohnungen am Brühl nicht saniert. Dazu erklärte Jens Weis, stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Liberale Chemnitz (JuLis): „Gerade die GGG hat als 100-prozentige Tochter der Stadt Chemnitz die Pflicht, vordringlich innerstädtische Bausubstanz zu erhalten. Es kann nicht sein, dass die GGG die Belebung des Brühls weiter blockiert und Mietinteressenten nur absolut schäbige Wohnungen anbietet, die die Interessenten gleich wieder verschrecken sollen. Als Tochterunternehmen der Stadt ist die GGG ein Steuerungsinstrument für einen sinnvollen Stadtumbau. Sie kann sich deshalb nicht nur die Sahnestücke herauspicken, sondern muss auch schwierigere Wohnquartiere sanieren.
Man kann doch nicht einerseits zum Beispiel der WG Einheit den Vorwurf machen, dass sie Wohnungen am Stadtrand saniert und damit angeblich die Stadtumbaustrategie unterläuft. Andererseits hält es aber nicht einmal die städtische Tochter GGG für nötig, in der Innenstadt Wohnquartiere zu sanieren und damit die bisherige Stadtumbaustrategie zu unterstützen. Andere Wohnungsunternehmen in Chemnitz sollen aber anscheinend erst ihre Wohnungsbestände abreißen, damit dann die GGG als städtische Tochter der Platzhirsch wird. Wir können es uns in Chemnitz nicht leisten, den Brühl weiter vor sich hingammeln zu lassen. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) muss über die Aufsichtsratsvorsitzende der GGG und deren Stellvertreter deshalb eine klare Entwicklungsperspektive von der GGG für den Brühl einfordern. Einzelmaßnahmen nützen hierzu rein gar nichts."
Kritische Worte für das Nicht-Engagement der GGG findet auch Manfred Matthes. „Mir geht es speziell um das ehemalige Baugebiet VII - z. B. Alfred Neubert-Straße. Durch die Wohnungsgenossenschaft eG „Einheit" sind schon viele ansprechende, farbenfreudige Blöcke entstanden, fast ein Wohngebiet im Heckert zum Vorzeigen, wenn nicht die Blöcke der GGG wären. Diese verfinstern arg das Bild - speziell die Blöcke der Alfred-Neubert-Str. 27 - 41. Das ist so eine tolle Randlage - allerdings momentan noch mit Parkplatzproblemen; wäre aber bestimmt lösbar. Kann man Seitens der Stadt nicht darauf drängen, das infolge des Gesamtkonzeptes Stadtumbau diese Blöcke einer Aufwertung unterzogen werden? Abriss wäre der falsche Gang, denn in dieser Gegend stimmt die Infrastruktur - und diese sollte erhalten bleiben und nicht durch weiteren Abriss geschwächt werden.“
Außerdem lobt Manfred Matthes, dass mit der Helbersdorfer Oase ein ansprechender Freiraum geschaffen wurde. „Beim Mitziehen der GGG könnte dieses Baugebiet sogar als Vorzeigeobjekt für gelungenen Rückbau infolge des Stadtumbaues dienen.“
Mit einem völlig anderen Wunsch meldete sich Jens Grafe vom Industriebedarf Grafe
aus Limbach-Oberfrohna zu Wort. „Wenn man an dem mittlerweile sehr schön gewordenen Schlossteich an einem lauen Sommerabend noch einen romantischen Spaziergang machen möchte bzw. z.B. den Teich zu späterer Stunde umrundet, stellt man fest, dass der Pfad leider nicht ausreichend beleuchtet ist.“ Er regt an, den Weg durch LED- bzw. Solarleuchten zu erhellen, die auch als Markierungen dienen könnten.

Die blitzpunkt-Leserin Susanne Humboldt schickte ein Bild von einem sehr einsamen Haus, das an der Ecke Ufer-/Hans-Sach-Straße den Abriss überlebte. Sie schreibt: „Die Nachbarhäuser waren nicht komfortabel, aber ob die Lücke mit einem Stück Grünzug schöner ist, muss die Zukunft beweisen. …hinter dem Grundstück lauert die Eisenbahnstrecke. Zum Wohnen war es zu laut, im Park wird es nicht stiller.“
 
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